….Luftaufnahmen Swissôtel – Basel I - III..Aerial photographs Swissôtel – Basel I - III ….


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Aus “urbs”, dem lateinischen Wort für “Stadt” – beziehungsweise der Bezeichnung für die Stadt Rom schlechthin – lässt sich das Adjektiv “urban” herleiten, was im engeren Sinne soviel wie “zur Stadt gehörend” bedeutet. Urban und Urbanität besitzen allerdings auch eine viel breitere Konnotation, die an eine Reihe von bestimmten Kriterien wie Lebensstil, Bildung, Mobilität, Ästhetik, Anonymität und Dynamik anknüpft. Stadt und Land, urbs und rus – Gegensätze die sich als Resultat einer komplexen und vielfältigen Entwicklung erklären lassen. Die dichtere Besiedlung einer logistisch günstigen Gegend, die architektonische Abgrenzung durch eine Stadtmauer, die besondere rechtliche Stellung durch eine eigene Stadtverwaltung, Münzprägung und Marktrechte, eine eigene Gerichtsbarkeit, der Bau einer Kathedrale oder die Gründung einer Universität als Ort der Bildung sind nur einige Aspekte, welche die Stadt vom Land deutlich abgrenzen. Demgegenüber kann das Land allerdings nicht durch die blosse Nichtexistenz solcher Dinge definiert werden. Vielmehr soll die für beide Seiten essenzielle Symbiose zwischen diesen zwei Lebensweisen akzentuiert werden. Basel ist – wie viele andere Städte auch – das Resultat einer historisch-architektonischen Synthese, die sich über zwei Jahrtausende erstreckt. Von der keltischen Kleinsiedlung am Rheinknie, der spätantiken Römerstadt, über die frühmittelalterliche Bischofsstadt und Sitz der ersten Universität der Eidgenossenschaft, den Aufenthaltsort von Erasmus, Paracelsus und Nietzsche, den Geburtsort der Bernoullis und des Leonhard Euler, zur Stätte des ersten Zionistischen Weltkongresses, dem Sitz wichtiger Chemiekonzerne bis hin zur Hauptstadt der Regio Basiliensis hat sich Basel zu einer offenen, solidarischen, sozialen, multireligiösen und dynamischen Entität und einem Bollwerk der Künste und der Wissenschaften entwickelt. Gemeinsamer Nenner und Inspiration für dieses fotografische Projekt und die innenräumliche Designarbeit ist Basels immanente Urbanität.

Drei grossformatige Wandbilder (ca. 3 m x 1.1m) mit unterschiedlichen Darstellungen Basels, die den Betrachter auf verschiedenen Ebenen ansprechen und stimulieren sollen und die mehrere Lektüren der einen und derselben Stadt ermöglichen. Die resultierende Darstellung wichtiger architektonischer Elemente des allgegenwärtigen Stadtbild Basels, verleiht dem städtischen Kontext die gebührende Akzentuierung und animiert den Betrachter zu einer geistigen Verlagerung, Verfremdung und zu einer Neuinterpretation der Rheinstadt. Um dies zu erreichen, hat sich Hebeisen eines abendlichen Chiaroscuro bedient, verstärkt durch den Einsatz einer auf dem Hubschrauber montierten Studioblitzanlage, um den Bildern eine plastische Dramatizität zu verleihen. Dabei trifft Hebeisen eine Auswahl, die zwar willkürlich ist, aber über einen historisierten Rückhalt verfügt. Diese Auswahl bewirkt eine Neuinterpretation und eine Verdeutlichung der Stadt Basel und zugleich eine Negierung und eine gewollte Vernachlässigung des Irrelevanten. Dieses Projekt ist eine Hommage an die Rheinstadt, an die Symbole und Markenzeichen, die für sie und ihre Geschichte stehen. Eine Hommage an die stilvolle und dennoch lockere und freie Urbanität Basels I. Altstadt (Grossbasel) Das erste Bild steht im Zeichen des organischen, spätmittelalterlichen Stadtkerns Basels. Der Rhein, als horizontaler Streifen am oberen Rand zu sehen, natürliche Grenze zwischen Gross- und Kleinbasel, nimmt in diesem Bilderzyklus die Rolle eines verbindenden Elementes ein. Repräsentiert wird hier das Basel der engen Gassen, der räumlichen Verdichtung, des durch die Stadtmauer begrenzten und deshalb zu optimierenden Gewerbe- und Wohnraumes. Spezielle Akzente wurden auf einzelne architektonische Symbole in der Absicht gesetzt, den Kapiteln geschichtlicher Stadtentwicklung und Stadtverständnisses Rechnung zu tragen. Das Basler Münster steht für die bischöfliche Herrschaft. Das sandsteinrote Rathaus mit seinem markanten Turm am Marktplatz, Wahrzeichen profaner Stadtherrschaft und heutiger Sitz der kantonalen Behörden, ragt in der linken Hälfte des Bildes hervor. Ebenfalls in der linken Hälfte, am Rheinsprung steht die alte Universität Basel, die älteste der Schweiz, erbaut im Bestreben, die Wissenschaften im Humanismus zu fördern. Gleich nebenan und ebenso deutlich zu erkennen sind die drei Finger des Gebäudes des alten Seidenhandels, heutiger Sitz des kantonalen Handelsregisters. Peter Hebeisens poetische Lizenz, die Barfüsserkirche durch das Kunstmuseum zu ersetzen, genügt einer Neuinterpretation Basels und einer besonderen Hervorhebung dieses Gebäudes. Die hochgradige Verwinkelung des Strassennetzes auf relativ geringem Raume hätte keine weiteren Deplacierungen im ohnehin aus 70 Einzelaufnahmen bestehenden Segmentbild erlaubt. Die mit Hilfe eines Weitwinkelobjektivs aufgenommenen und unter Einsatz einer mobilen Studioblitzanlage schattenlos beleuchteten Innenhöfe erlauben eine Röntgenblickqualität, ja fast einen architektonischen Voyeurismus. II. Stadt am Fluss Im zweiten Bild begegnen wir erneut dem Rhein, diesmal aber in seiner dominierenden Rolle als Verkehrsstrasse und Handelsweg. Dominant ist er insbesondere durch seine Präsenz, die rund einen Drittel der Tafel ausmacht. Der Stadt am Fluss mit ihrer prominenten Schifffahrt und dem Hafen, einerseits wichtigster Umschlagplatz, dargestellt anhand dreier grösseren Schiffe und andererseits Freizeit- und Erholungsort, wird hier gehuldigt. Entgegen den engen Gassen und der hermetischen Idee bei der Altstadt steht hier der territoriale länderübergreifende und dennoch urbane Aspekt im Vordergrund, vertreten durch das Dreiländereck am linken Rande. Das Bild schafft – künstlich und künstlerisch – die Synthese dreier Stadtteile, indem zusätzlich zum Dreiländereck auch noch das Produktions- und Verwaltungsgebäude der Roche und die Messe-Halle hinzugefügt wurde. Es ist ein modernes Basel, das Basel der Chemiekonzerne, der Wirtschaft und des Aussenhandels, welches hier dargestellt wurde, d.h. länderübergreifend im ökonomischen Sinne. Die umfangreichen, gezielten Interventionen, die diese Tafel beinhaltet, manifestieren deutlich einen äusserst malerischen Ansatz, bei welchem Hebeisens digitale Mittelformatkamera, zum blossen Medium zwischen Objekt und Subjekt, ja gar zu einem Mikroskop degradiert wird. Die Aufnahme wird zum Relikt, eine architekturhistorische Veränderung bezeugend. III. Nordtangente (Dreirosenbrücke - Voltaplatz) Die letzte Tafel des Basler Zyklus vermittelt dem Betrachter die Idee der anorganischen, graphischen Stadtentwickelt. Der Fluss – wiederum an einem komplett anderen Ort – wirkt nur noch wie ein Komparse. Tonangebend ist hier eindeutig die Nordtangente, die von der Dreirosenbrücke über dem Rhein (rechts) zum Voltaplatz (links) führt. Wie eine horizontale offene Schnittwunde, die man zu Gunsten verkehrstechnischer Vorteile in Kauf nahm, trennt sie Stadtteile arithmetisch voneinander. Somit steht dieses Bild in Opposition zur Wasserstrasse des zweiten Bildes, aber auch zur organischen Architektur der Altstadt im ersten Bild. Es vermittelt eine Betonung des Betons. Überraschenderweise wurde unweit vom Voltaplatz das sich in Wirklichkeit im Stadtteil Münchenstein befindende Schaulager abgebildet. Auch dies eine gewollte Neuinterpretation, die sich Peter Hebeisen in der Absicht erlaubt hat, die Relevanz dieses architektonisch und konzeptuell innovativen Museums bildlich zu lobpreisen. Diese Intervention wird allerdings von einer weitaus imposanteren übertroffen. Im unteren Teil des Bildes usurpiert der Stadion St. Jakob-Park, das Joggeli einen fremden Platz. Ein weiteres Wahrzeichen der Stadt und der lokalen Fussballmannschaft, das in einer derartigen fotografischen Hommage nicht fehlen durfte. Südlich der Nordtangente erkennt man die in den zwanziger Jahren erbauten Wohn- und Gewerbesiedlungen in typischer Blockrandbebauung. Nördlich der Nordtangente macht sich der Novartis-Campus im St. Johann-Areal mit dem Diener-Gebäude bemerkbar. Bei dieser gestalterischen Herausforderung stand die dialektische Wechselwirkung zwischen den drei polysegmentierten Bildern und der Innenarchitektur des Lokals im Vordergrund, in der Absicht, dem künstlerischen Gesamtkonzept im Zeichen Basels Urbanität Rechnung zu tragen.

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From “urbs”, the Latin word for “city” – respectively the synonym of the City of Rome per se – you can derive the adjective “urban”, which means in the narrower sense “belonging to the city”. Although urban and urbanism own a wider connotation, which refers to a specific criteria such as lifestyle, education, mobility, aestheticism, anonymity and dynamism. City and countryside, urbs and rus – Oppositions derived as the result of a complex and versatile development. The dense settlement of a logistically convenient place, the architectural boundary through a wall, the particular judicial status of a borough council, its own coinage and market rights, an individual court of justice, the building of a cathedral, the foundation of a university as a temple of science are only a few aspects that define the city from the countrysideBasle is – as many other cities are – the result of a historical/architectural synthesis. Extended over 2000 years, from the Celtic settlements along the Rhine, the late ancient Roman town, to the early medieval bishops and the first university of the Confederation Basle was the home of Erasmus, Paracelsus and Nietzsche as the birthplace of many Bernoulli scions and Leonhard Euler, the place of the first Zionistic world congress. Today it is the headquarters of several important chemical groups to the capital of the Regio Basilensis. Basle has developed into an open, social, multi-religious dynamic entity as well as a bastion of the arts and sciences.

The common denominator and inspiration for this photographic project and the interior design is Basle’s immanent urbanism. Three large-sized murals (ca. 3m x 1.1m) with different representations of Basle, engaging and stimulating the viewer on several levels, as a complement to Iria Degen’s design work. Different from the interior design approach, Peter Hebeisen has undertaken a more scientific approach, which takes into account the multi-faceted historical aspects of the city. This method is achieved by aerial view instead of the common well-known landscape images. Once all of the exposures are collected, the subject elements will be completely rearranged, utilizing digital technology with a view to enhance Basle’s historical and urban dimensions. In order to achieve this, Hebeisen has used a vespertine chiaroscuro, enforced by the use of powerful studioflash units installed on a helicopter to give the pictures a compositional drama. The resulting representation of relevant architectural elements of Basle’s cityscape animates the viewer to a mental dislocation, alienation and a reinterpretation of the Rhine city. Hebeisen made his choices arbitrarily, which are, at the same time, disposed of a historical focus. These choices cause a reinterpretation and a clarification of the city of Basle through a volitional negation of irrelevancies. This project pays homage to the Rhine city. To it's symbols and hallmarks, and is a testament to its history. A homage to the stylistic, easy and free, urbanism of Basle. I. Old town (Grossbasel)  The first picture represents Basle’s organic, late medieval city centre. The Rhine, as a horizontal stripe on the upper range, a natural border between Grossbaseland Kleinbasel,plays the part of a connective element through all the cycle. Represented is here the Basle with its typical narrow streets, its areal compaction, its trade and housing space bordered by the town walls and therefore compelled to be optimised.Special emphasises have been put on several architectural symbols in order to make allowance for the chapters of historical town development and understanding. Basle’s minster stands for the episcopal hegemony. The sandstone red guildhall with its distinctive tower and today’s domicile of Basle’s cantonal authority protrudes on the left half of the picture. Also in the left half, at the Rheinsprungthere is Basle’s old university, the first on the Swiss Confederation, founded to effort the promotion of sciences in humanism. Right next door and equally in evidence are the three fingers of the old silk trade house, today’s domicile of the cantonal trade register. Peter Hebeisen’s poetical licence to substitute the Barfüsser Churchby the Art Museum answers a purpose of reinterpretation of Basle and a special accentuation of this building. The almost labyrinth-like street network on a relatively small space would not allow further displacements on the segmented picture, composed anyway by 70 singular exposures.The courtyards recorded with the aid of a wide angel lens and shadelessly highlighted by employment of a mobile studio flash unit permit an X-ray quality, even almost an architectural voyeurism.  II. City by the river  On the second picture we encounter again the Rhine, this time in its dominant role as thoroughfare and trade channel. It appears dominant particularly through its presence, which constitutes one third of the panel. It has been rendered homage to Basle as city by the river, with its prominent navigation and the port, on the one hand as most important trans-shipment centre, represented with three major ships, and on the other hand as a leisure and recreation place. In opposition to the alleyways and the hermetical idea of the old town, it is the territorial cross-national but still urban aspect that stands here in the foreground, represented by the border triangle at the left edge.The picture creates – artificially and artistically – a synthesis of three districts, by adding to the border triangle also Roche’s factory and administration building and the trade fair hall.It is a modern Basle, the chemical groups’ Basle, that of the economy and the foreign trade, which has been illustrated here, i.e. cross-national in an economical sense. The considerable systematic interventions contained in this panel, explicitly reveal a supremely picturesque approach, where Hebeisen’s digital medium format camera is degraded to a bare medium between object and subject, even to a kind of microscope. The exposure becomes a relict attesting a transformation in terms of architecture history.  III. Nordtangente (Dreirosenbrücke – Volta Square)  The last of the panels from this Basle-cycle puts the viewer across the idea of the anorganic, graphical city development. The river – again on a completely different place – plays only a bit part. It is definitely the Nordtangente Highway, leading from the Dreirosen Bridge across the Rhine (right) to the Volta Square (left), which sets the tone. Like a horizontal open wound which was accepted in favour of transportation advantages, it separates districts arithmetically from each other. Thus this picture stands in opposition to the second picture’s waterway, but as well to the organic old town’s architecture in the first picture. It imparts a kind of concretecism. Surprisingly we encounter not far from the Volta Square the Schaulager Museum, which is actually situated in the district of Münchenstein. This is again a volitional reinterpretation, a liberty taken by Peter Hebeisen with a view to visually praise the relevance of this architecturally and conceptually innovative museum.This intervention is though exceeded by a far more monumental one. On the lower part of the panel the stadium St. Jakob-Football Stade, familiarly known as Joggeli,usurps an alien place. Another town’s landmark and of the local football team, which could never be missing in such a photographic homage. On the south side of the Nordtangente Highwaywe can find the housing and business estate from the 1920’s with the typical perimeter block development.On the north side of the Nordtangenteone can recognise the Novartis Campus in the St. Johann Area with the Diener Building. The dialectical interdependency between the three polysegmentated pictures and the restaurant’s interior decoration stood at this creative challenge in the foreground, with a view to make allowance for the general artistic concept of Basle’s urbanism.

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Series of 3 Images
Sizes: 110 cm × 300 cm
Archival Hahnemuehle Pigment Print


Hotelfotografie Swisshotel Basel
 

Luftaufnahme Basel Swisshotel

Luftaufnahme Basel Swisshotel